Hüte dich vor Falschen Freunden: Schneide dich nicht

Bei unserem heutigen Falschen Freund handelt es sich um einen Anglizismus.

Kurze Erklärung: Anglizismen sind englische Begriffe, die in eine andere (in diesem Fall die Deutsche) Sprache hinzugefügt worden sind. Wie z. B.: Meeting, Flyer oder Event.

Dagegen sind Pseudo-Anglizismen, auch Scheinanglizismen genannt, Begriffe die aus der englischen Sprache zu kommen scheinen. Dabei handelt es sich aber tatsächlich um deutsche Ausdrücke, die im englischen Sprachraum entweder unbekannt sind oder die eine ganz andere Bedeutung haben. Beispiele sind Casting Show, Messie und Handy.

Scheinanglizismen sind tückisch, weil sie oft als englische Begriffe wahrgenommen werden. Wenn sie dann im Englischen eingesetzt werden, kann das verheerende Folgen haben. Denn das Gegenüber wird entweder gar nichts oder das Falsche verstehen.

Was uns zu unserem heutigen Falschen Freund führt. Nämlich dem „Cutter“. Eine ehrenwerte Tätigkeit in der Filmindustrie. Aber auch im Marketing. Nützlich und vielseitig.

Aber würde man einem Muttersprachler erzählen, dass man von Beruf „Cutter“ ist, dann hege ich schlimme Befürchtungen für die Zukunft dieses Miteinanders. Denn der Angelsache wird mit hoher Wahrscheinlichkeit schnellstens das Weite suchen.

Denn im besten Fall würde ein „native speaker“ etwas Seltsames hinter dieser Berufsbezeichnung vermuten. Im schlimmsten Fall wird er befürchten, dass er verletzt wird.

Denn „Cutter“ gibt es im Englischen nicht. Also bleibt dem Angelsachsen nur die Schlussfolgerung, dass er es hier mit jemandem zu tun hat, der gefährlich ist. Nämlich, weil er schneidet. Dabei wird der „English speaker“ mit hoher Wahrscheinlichkeit an Messer und nicht an Filme denken.

„Cutter“ ist eine logische Ableitung von „to cut“, es hat daher etwas mit Schneiden zu tun. Daher wäre in jedem Fall die erste Assoziation für einen Angelsachsen negativ. Möglicherweise würde ein „native speaker“ sogar an Selbstverletzung denken, nämlich an das „Ritzen“, ein häufiges Symptom des Borderline-Syndroms.

Der deutsche Beruf des „Cutters“ heißt auf Englisch nämlich „film editor“. Und die korrekte, deutsche Bezeichnung des Berufes ist „Schnittmeister“.

Wortwörtlich übersetzt: Cutting-Master. Auch nicht sonderlich vertrauenserweckend…

Mehr zu diesem Falschen Freund gibt’s morgen im InfoChannel. Reinschauen. Anschauen. Lächeln. Lernen. https://www.youtube.com/c/Englisch-nach-massDe

2019-02-19T12:15:17+00:00