Vorsicht! Sprachfalle! „That’s interesting“

Ein oft erwähnter und genauso vernachlässigter kultureller Unterschied zwischen Angelsachsen z. B. Briten, US-Amerikanern oder Kanadiern und Deutschen ist die Direktheit. Häufig unbeachtet bleibt, dass erfolgreiche Business Kontakte mehr als „nur“ fachspezifisches Englisch erfordern.

Menschen in Deutschland sind in der Regel direkter und unverblümter als Angelsachsen. Diese Aussage ist wertfrei. Weder gut noch schlecht. Es ist einfach ein kultureller Unterschied.

Aber einer der es in sich haben kann.

Angelsachsen versuchen oft ein direktes „Nein“ zu vermeiden. Das machen Menschen aus anderen Kulturkreisen übrigens auch, aber dieser Post fokussiert eben auf Angelsachsen und Deutsche.

In der Vermeidung einer sehr direkten Ansprache sind Angelsachsen oft äußerst kreativ. Das führt für deren deutsche Gesprächspartner wiederum zu unangenehmen Sprachfallen bei z. B. Verhandlungen auf Englisch.

Kurzfassung: Der Angelsachse signalisiert ein „Nein“ durch bestimmte Redewendungen, auf sehr indirekte Art und Weise. Der Deutsche versteht das nicht und prescht munter vorwärts. Kein gutes Szenario, aber leider eines, das häufig vorkommt.

Sprechen wir also über: „That’s interesting“.

Wenn ein Angelsachse in einer Diskussion oder einem Gespräch diese Redewendung gebraucht, dann KANN (muss nicht, aber kann) dies das genaue Gegenteil bedeuten. Also, es ist eben NICHT interessant. Er will nicht weiter darüber sprechen. Hier ist dann die richtige Deutung von Mimik, Gestik und Körpersprache wichtig, um die gesendeten Signale angemessen zu verstehen.

Falls der Deutsche die nicht-verbalen Signale allerdings nicht beachtet, oder im Eifer des Sprachgefechtes (unzulängliche englische Sprachkenntnisse z. B.) diese gar nicht erkennt, dann kann das fatal werden. Denn der Deutsche denkt: „Oh, mein Gesprächspartner findet das, was ich sage interessant“.

Was der Angelsachse wirklich denkt, das haben wir ja bereits besprochen.

Die Schlussfolgerung? Die überlasse ich Ihnen, lieber Leser.