Hüte dich vor Falschen Freunden: Undertaking Undertakings with the Undertaker

Dieser Falsche Freund führt uns direkt auf den Friedhof. Mit einem klitzekleinen Umweg über den Bestatter.

Bei unserem heutigen Exemplar des Falschen Freundes handelt es sich um einen Begriff, der sich gerne in deutschen Unternehmerkreisen herumtreibt. Nämlich dem „Undertaker“.

Ist ja auch fies, oder? „Unter“ = „under“ und „(ab-) Nehmer“ = „taker“. Der Begriff erscheint so tückisch logisch. So eine charmante Übelsetzung.

Wobei es sich beim Bestatter selbstverständlich um einen Unternehmer handeln kann. Dessen Aufgabe es ist, verstorbene Menschen zu bestatten.

Seine berufliche Tätigkeit also als „undertaker“ zu bezeichnen, hat viel mit Särgen und wenig mit Unternehmertum zu tun.

Übrigens ist diese Berufsbezeichnung auch noch veraltet. Bei fälschlichem Gebrauch blamiert man sich daher gleich doppelt. Dieser Tage wird der Bestatter nämlich als „funeral director“ bezeichnet.

Der Unternehmer dagegen ist ein „entrepeneur“, unter Umständen auch „a business person“. Bezeichnungen wie „businessman“ bzw. „businesswoman“ sind genauso veraltet wie „undertaker“. Mit Hinblick auf Geschlechtsneutralität ist von beiden Bezeichnungen abzuraten.

Es gibt allerdings noch einen weiteren verwirrenden Aspekt. Nämlich das Verb „undertake“.

Das allerdings nichts mit Beerdigungen zu tun hat. Denn so etwas wie „to undertake someone“ gibt es nicht. Vielmehr sagt man „to undertake something“. Das bedeutet die Durchführung bzw. die Übernahme einer Aufgabe.

Wer übrigens meint, dass Grammatik langweilig ist, für den habe ich ein weiteres „Schmankerl“. Nämlich die Verbform des Wortes im „continuous“, sprich „undertaking“. Und die kann in vielen Fällen mit „to undertake“ gleichwertig zu „undertaking“ verwendet werden (To undertake something = undertaking something).

Noch interessanter. Es gibt „undertaking“ auch als Nomen. In dieser Variante drückt „undertaking“ ein Vorhaben bzw. eine Verpflichtung aus. Aber mit einer Bestattung (Funeral) hat auch diese Form des Wortes nichts zu tun.

Wobei. Bei genauer Betrachtung kann es sich bei einer Beerdigung durchaus um ein Vorhaben handeln. Wenn man grammatikalisch sehr ambitioniert ist, dann könnte der „undertaker“ durchaus eine Verpflichtung „undertaking“ übernehmen „to undertake“.

Das könnte man dann so gestalten: The undertaker undertakes the undertaking of the funeral.

Rest in Peace!

Mehr zu diesem Falschen Freund gibt’s morgen im InfoChannel. Reinschauen. Anschauen. Lächeln. Lernen. https://www.youtube.com/c/Englisch-nach-massDe

2019-03-20T13:45:32+00:00