Hüte dich vor falschen Freunden: „Learning by doing“

Den Spruch „learning by doing“ hört man sehr oft in Deutschland, besonders in Bezug auf das Sprachenlernen. „Ich schlage mich mit Englisch irgendwie durch. Learning by doing eben“ ist eine häufige Aussage wenn Neukunden ihre Englischkenntnisse beschreiben.

Diese Menschen freuen sich, beherrschen sie die englische Sprache doch ausreichend um wenigstens die Floskel „learning by doing“ einzusetzen. Aber obwohl diese Floskel aus englischen Wörtern zusammengesetzt ist, bleibt sie dennoch ein deutsches Konstrukt. Ein besonders fieser Scheinanglizismus. Eine Wortschöpfung, die als englischer Begriff maskiert ist und deutsche Menschen glauben lässt, sie sprechen Englisch.

English native speakers würden zwar die Wörter an sich verstehen, die Wortkombination ist sogar grammatikalisch richtig, aber mit dem Begriff an sich könnten native speakers wenig anfangen. Englische Begriffe mit vergleichbarer Bedeutung wären „practice makes perfect“, „getting hands – on experience“ oder „learning through active participation“.

Interessanterweise findet man bei Bemühungen seitens Google gefühlt tausende Quellen in denen „learning by doing“ anscheinend im Englischen gebräuchlich ist.

Recherchiert man diese Quellen jedoch, dann stellt sich allerdings heraus, dass die Mehrzahl davon deutschen Ursprungs ist und der Begriff in der Übersetzung einfach (fälschlicherweise) beibehalten wurde. Wieder ein gutes Beispiel dafür, dass man Online Übersetzungshilfen nur bedingt vertrauen sollte…