Gefährliche Übelsetzungen: Das falsche Medikament

Eine Situation die jedem passieren kann. Man ist im Ausland und wird krank. In der Ambulanz kann man sich nicht verständigen. Dies kann schnell gefährlich werden!

Wie in diesem Fall. Vor einigen Jahren in Rom.

Spät abends auf dem Petersplatz suchte sich eine Mücke ihr nächstes Opfer. Sie stach es in den rechten Knöchel. Das Ergebnis war eine heftige allergische Reaktion.

Am nächsten Morgen waren Fuß und Knöchel ein schmerzhafter, entzündeter Klumpen. Also ab in die Notaufnahme. In Rom heißt das übrigens „pronto soccorso“. Jetzt wurde es interessant. Denn das Opfer sprach kein Italienisch und niemand dort sprach Englisch oder Deutsch. Auch kein Französisch, dem besagtes Opfer noch einigermaßen mächtig war.

Es ging dem Mückenopfer ziemlich schlecht. Schnell kümmerte sich zwar eine sehr nette Ärztin, aber diese sprach nur Italienisch. Die einzige Kommunikationsmöglichkeit waren Gesten. Das war an und für sich kein Problem, der geschwollene Knöchel offenkundig und die Mücke samt Stich einfach zu mimen.

Unser Opfer musste behandelt werden und brauchte dringend Medikamente. An dieser Stelle wurde es dann kompliziert: Unser Opfer hat nämlich Arzneimittelallergien. Das Wort „allergy“, welches Opferchen immer wieder von sich gab, ist dem italienischen „allergia“ ähnlich genug um das medizinische Personal zu warnen. Allerdings verhinderte das die Behandlung, denn niemand war in der Lage zu verstehen gegen welche Medikamente das Opfer allergisch war.

Am Ende hatte das Mückenopfer Glück im Unglück. Eine Mit-Patientin war die Rettung. Die Dame lag auf dem nächsten Behandlungstisch und hat das Ganze zwangsläufig mitbekommen. Privatsphäre gab es in dieser römischen Notaufnahme nämlich nicht. Die andere Patientin sprach genug Englisch um zu dolmetschen und die Medikamentengabe zu ermöglichen.

Es hätte auch anders ausgehen können.

2018-11-13T14:20:20+00:00