Fakten zum Sprachenlernen, Teil 6: Fazit

Unsere Artikelreihe „Fakten zum Sprachenlernen“ befasst sich mit Themen rund um den Erwerb fremdsprachlicher Kompetenzen:

Teil 1. Was bedeutet „verhandlungssicher“ in einer Sprache?
Teil 2. Wie kann man Sprachkompetenz messen?
Teil 3. Wie lange dauert es, eine Sprache zu erlernen?
Teil 4. Wie lerne ich eine neue Sprache am besten? Was funktioniert? Und was ist Augenwischerei?
Teil 5. Mit welchen Kosten kann ich rechnen?
Teil 6. Fazit.

Anhand aktueller Forschungsergebnisse und meinen eigenen Erfahrungswerten aus über 21 Jahren Leitung der „Englisch nach Maß GmbH“ möchte ich diese Fragen beantworten und eine realistische Erwartungshaltung für den Erwerb von fremdsprachlichen Kompetenzen schaffen.

Fazit

Quacksalber gab es schon immer. Bauernfänger, die mit einfachen Antworten zu komplizierten Fragen handelten. Die eine „Arznei“ anboten die jegliche Krankheit heilen würde.

Genauso unrealistisch wie die Behauptung, dass ein Elixier alle Gebrechen heilen kann, sind die diversen Wundermethoden unseriöser Anbieter.

Zu erwarten, dass man eine Sprache „kostenlos“, „blitzschnell“, „kinderleicht“ und am besten noch „im Schlaf“ erlernen kann, ist utopisch. Reiner Selbstbetrug.

Mir unverständlich ist die dennoch weit verbreitete Akzeptanz solcher unrealistischen Versprechen. Genauso wie die Erwartung, für „kleines Geld“ hervorragendes Sprachtraining zu erhalten. Training, das natürlich von hochqualifizierten, erfahrenen, am besten noch diplomierten, Sprachtrainern mit muttersprachlicher Kompetenz geleistet wird – natürlich am liebsten GRATIS.

Unternehmen buchen (und bezahlen) Sprachtrainings für ihre Mitarbeiter oft über Jahre, bis sie realisieren, dass die versprochenen Fortschritte ausbleiben. Fällt das mangelhafte Training dann auf, ist das Unternehmen dann oft vertraglich an den Anbieter gebunden. Inklusive großer Stundenkontingente und langen Verpflichtungen.

Also ist es auch bei „günstigem“ Training ein teurer Spaß, denn Geld wird buchstäblich aus dem Fenster geworfen.

Der tatsächliche Preis dieser „günstigen“ Sprachtrainings? Vergeudete Zeit und fehlinvestiertes Geld!

Kunden die auf Augenwischerei hereinfallen und an Wunder glauben, bekommen genau das wofür sie bezahlen, nämlich schlechte Leistung.

Sprachen lernt man nicht durch geheime Methoden oder wundersame Eingebung. Noch weniger lernt man Sprachen „blitzschnell im Schlaf“. Und man lernt sie ganz bestimmt nicht von als Sprachtrainern getarnten Hilfsarbeitern.

Eine Sprache zu erlernen erfordert

• fachkundige Unterstützung (gut ausgebildete, kompetente Trainer)
• angemessene Bezahlung (sonst ist man auf „Hilfsarbeiter“ angewiesen)
• Anstrengung („im Schlaf“ ist ein (Wunsch)Traum)
• Zeit (es funktioniert nicht „blitzschnell“)

Alles andere ist Realitätsverleugnung.

Quellen: http://linguistlist.org/ask-ling/lang-acq.cfm, Pecchi, Jean Stillwell. 1994. Child Language. London: Routedge, Bongaerts, T. (2005). Introduction: Ultimate attainment and the critical period hypothesis for second language acquisition. International Review of Applied Linguistics in Language Teaching, pushtolearn.com, Eaton, S. E. (2012). How will Alberta’s second language students ever achieve proficiency? ACTFL Proficiency Guidelines, the CEFR and the “10,000-hour rule” in relation to the Alberta K-12 language-learning context. Notos, 12(2), 2-12, www.state.gov/m/fsi/sls/c78549

2018-10-04T09:57:35+00:00